Mittwoch, 25. August 2010

Es ist mal wieder an der Zeit fuer einen neuen Eintrag.


Wir sind ueber das Wochenende mit dem Afri-Tour-Projekt unterwegs gewesen. Chaos pur.
Man hat uns gesagt, wir sollen Samstag frueh um halb sieben an der Kaneshie-Station sein, um uns mit den anderen zu treffen. Gesagt, getan. Puenktlich wie wir sind, waren wir auch 5 vor halb am besagten Ort. Von da an nahm das Chaos seinen Lauf. Wir haetten nicht zu Kaneshie-Station gesollt, sondern zum Ort Kaneshie selbst. Um das zu verstehen haben wir ueber eine Stunde, tausende Anrufe und ghanaische Mithilfe gebraucht.

Letztendlich sind wir dann aber doch in Kaneshie in einen grossen Bus gestiegen. Der fuhr natuerlich dann auch nichtt sofort los. Nein, in Ghana wird gewartet, bis auch der letzte Platz belegt ist. Gut, dass bis dato etwa ein Viertel des Busses voll war. Irgendwann ging es aber dann auch los und wir sassen fast 5 Stunden, bis wir in Takoradi angekommen sind. Vor dem Klo an der Trotrohaltestelle sass eine Frau, die blattweise Zeitungspapier verkauft hat. Als das dann auch erledigt war, sind wir in ein Trotro gestiegen, das uns zu unserem ersten Ziel bringen sollte, einer Stelzenstadt im Dschungel. Wir sind dort aber erst um 4 Uhr angekommen und somit war es dafuer schon zu spaet.

Trotz sehr holpriger Trotro-Fahrt haben wir nur gelacht:-)
Unser 2. Programmpunkt sollte eine Wanderung durch den Dschungel sein, aber auch dafuer war es am Samstag dann schon zu spaet.
Also wurde entschieden, dass wir das alles am Sonntag machen wuerden, obwohl wir da ja eigentlich nur noch nach Hause fahren sollten.

Die einzige annehmbare Lodge war ausgebucht. Also haben wir in ein paar Palmenhuetten direkt am Strand uebernachtet. Ziemlich eklige Betten mit stinkenden "Laken" und auch sonst alles ein wenig zerfallen und renovierungsbeduerftig. Aber das Preis-Leistungsverhaeltnis hat gestimmt.Wir haben dann bis zum Abendessen noch ein wenig Zeit Strand verbracht. Muscheln gesammelt, Lisa und ich haben sogar gebadet.

Unsere Luxusbude für die Nacht

Zum Abendessen sind wir dann zurueck zur Lodge gelaufen. Das Essen von uns 8 war teuer und teilweise ungeniessbar. Einer Chinesin haben wir Chili Con Carne empfohlen. Wir haetten ein Bild davon machen sollen. Wir haben keinerlei Ahnung, was das fuer ein seltsamer Brei war.

Unsere kleine Reisegruppe kurz vor der Abfahrt nach Nzulezo (v.o.l. Lisa, Willice, Katharina, Rebecca, Carola, Anne, Khaula, v.u.l. ein Ruderer, Bona & Viola)

Auf dem Mini-Boot hatten wir viiiiiel Zeit zum Fotos machen
Am naechsten morgen sind wir dann auch nicht schon um 8 schon auf dem Boot gewesen, um zu der Stadt auf Stelzen (Nzulezo) zu gelangen, sondern erst gegen halb zehn. Wir hatten zwei Boote und unsere beiden "Ruderer" waren "tired" und haben deshalb auch nur im Wasser herumgeruehrt.
Wir haben fast eineinhalb Stunden fuer die Hinfahrt gebraucht. Dort angekommen, sah das ganze ziemlich interessant aus. Es gab eine sogenannte Hauptstrasse und die Querstrassen dazu gehoerten jeweils zu einer Familie. Es war jedoch alles total zugemuellt. Man sagte uns, dass das an der Regenzeit liegen wuerde. In der Trockenzeit verbrenne man den Muell dann einfach. So läuft das eben in Ghana.

Das Stelzendorf NZULEZO
 Die Menschen dort machen alles mit dem Wasser. Sie trinken es, nutzen es zum Kochen, zum Saubermachen, als Muellhalde und als Klo. Dementsprechend lecker sah die Bruehe dann auch aus. Es gibt dort keinen Strom. Deshalb ist es auch sehr schwer fuer die Schule Lehrer zu finden. Die Menschen lagen alle auf den Wegen herum und haben nichts wirklich getan. Wir haben keine Ahnung, wovon sie leben, man hat uns gesagt, dass sie fischen. Aber Fischer haben wir sie nicht gesehen. Nach keiner ganzen Stunde haben wir uns wieder auf den Rueckweg gemacht. Komischerweise hat diese nur halb so lang wie der Hinweg gedauert. Es lag wohl daran, dass wir einzeln gefahren sind und die beiden Ghanaer somit nicht die ganze Zeit quasseln konnten.
Zurueck an Land gab es das naechste kleinere Problemchen. Wir waren zu neunt und das Trotro, was urspruenglich bestellt wurde, haette noch mindestens eine Stunde gebraucht. Also haben wir uns zu neunt, mit dem Fahrer zu zehnt, in ein Taxi gequetscht. 2 vorn, 4 auf der Rueckbank und 3 im Kofferraum. So sind wir dann eineinhalb Stunden ueber holprige Wege zum Ankasa Regenwald gefahren.

Einblick in ein überfülltes Taxi
Zwischendurch mussten wir auch mehrmals schieben und der Auspuff war nach der Fahrt auch im Eimer. Der Regenwald war richtig urig. Es sollte dort auch Waldelefanten, Leoparden und Schimpansen geben. Wir haben aber bis auf die Knochen eines Elefanten am Eingang kein einziges Tier gesehen, nicht einmal eine klitzekleine Schlange. Die Stunde in der wir durch den Wald gestiefelt sind, hat uns alle ziemlich fertig gemacht. Es war teilweise eine richtige Klettertour und unser Guide musste auch ab und zu den Weg mit seinem rieseigen Buschmesser freischlagen.

Im Ankasa-Regenwald
Nach der Tour durch den Regenwald
 Man beachte, dass wir zu dem Zeitpunkt noch immer nichts weiter als das trockene Brot vom Fruehstueck im Magen hatten. Dementsprechend ging es uns dann auch. Gegen vier sind wir dann mit unserem Klappertaxi an einer Kreuzung rausgelassen worden, an der wir auf ein Trotro warten mussten. Um unseren Hunger ein bisschen zu stillen, haben wir alles ausprobiert, was es an dort zu essen gab. Das war nicht gerade viel. Eine Orange, eine gegrillte Kochbanane und ein kleines Paeckchen Erdnuesse. Hinterher waren wir hungriger als vorher. An der Kreuzung lief ein Ghanaer mit einem T-Shirt herum, auf dessen Ruecken: "Vorsicht! Frisch gestrichen!" stand. Er hat aber nicht ganz verstanden, warum wir das alle ziemlich lustig fanden.

Unser Trotro kam dann aber auch bald und dann ging es also etwa eineinhalb Stunden zurueck nach Takoradi. Dort haben wir dann als erstes was zu essen gesucht und sind zufaelligerweise in einem deutschen Restaurant gelandet. Das Essen haben wir uns einpacken lassen und sind dann zurueck zu den Bussen. Gegen ein Uhr sind wir dann endlich in Accra am sogenannten Circle angekommen. Die Gegend ist um diese Uhrzeit ziemlich gruselig. Wir waren dann auch nur noch zu dritt, weil die anderen ins LC-Haus fahren mussten. Sind aber dann trotzdem wohlbehalten  mit etwa 9stuendiger Verspaetung zu Hause über dem Krankenhaus angekommen.
Montag ging es uns allen ziemlich schlecht. Das deutsche Essen hat uns wohl nicht so bekommen... Wir waren aber trotzdem abends noch in der angeblich besten Pizzeria der Stadt. War ganz lecker, aber nicht vergleichbar zur Pizza in Deutschland.
Gestern haben wir dann den ganzen Tag vorm Computer gesessen, um PowerPoint-Präsentationen zu erstellen.
Ansonsten ist nichts weiter passiert, was es sich hier zu beschreiben lohnt.
Wir hoffen es geht euch allen gut und ihr geniesst die freie Zeit, so gut es geht!
Allerliebste Gruesse!
Anne&Carola

2 Kommentare:

  1. Das klappt jetzt ganz wunderbar Anne!!!
    Mensch, da habt ihr ja eine echt unbarmherzige Tour gemacht...aber dafür habt ihr dabei echt gut ausgesehen (so von wegen Haare und so) :D
    Die Fahrt im Taxi stelle ich mir von allem noch am Lustigsten vor. Auch wenn ich annehme, dass der Kofferraum während der Fahrt offen blieb...

    Liebe Grüße

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  2. Nein, der Kofferraum war geschlossen:-) Wir konnten allerdings ab und zu mit unseren Füßen den matschigen Sandweg unter uns spüren, weil wir so oft aufgesetzt haben... Ich möchte jetzt nur noch eine Safari mit einem Jeep durch einen Nationalpark oder sowas machen - von Buschtouren habe ich erstmal genug ;-)

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